Bericht vom Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer
Am 27. Januar 2026, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, nahm unsere Klasse 7c an einem Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer teil. Organisiert wurde die Veranstaltung unter anderem von der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Eine Woche zuvor hatten wir im Unterricht Fragen vorbereitet und eingeschickt. Als das Gespräch begann, erschienen die Moderatorin und Ruth Melcer auf dem Bildschirm, und das Gespräch wurde eröffnet.
Ruth Melcer erzählte von ihrer Kindheit und ihren Erlebnissen während des Holocaust. Sie berichtete, dass sie als junges Mädchen – noch im Kindesalter – nach Auschwitz deportiert wurde. Dort wurden die ankommenden Menschen zunächst in einen Raum gebracht, wo ihnen alles abgenommen wurde. Sie erzählte, dass sie sich an manches nicht mehr genau erinnern könne, da alles sehr lange her ist. Besonders schlimm war für sie die Trennung von ihren Eltern. Ihre Eltern mussten für die Nationalsozialisten arbeiten, da sie ein Wollunternehmen besaßen, das für die Herstellung von Kleidung wichtig war. Sie taten dies nicht freiwillig.
Ihr Bruder Georg wurde zusammen mit vielen anderen Kindern getötet. Ruth Melcer selbst überlebte nur, weil eine Blockälteste namens Olga sie versteckte. Dadurch wurde sie vor den grausamen medizinischen Experimenten geschützt, die der Lagerarzt Josef Mengele an Kindern durchführte. Ruth Melcer sagte, dass sie großes Glück gehabt habe und Olga ihr vermutlich das Leben gerettet habe. Dafür sei sie ihr bis heute unendlich dankbar.
Viele unserer Fragen wurden in dem Interview aufgegriffen. Eine unserer Fragen war, was sie im Lager zu essen bekommen habe. Sie antwortete, dass sie sich vor allem an eine sehr wässrige Suppe mit Kohlrabi erinnern könne, die es mittags und abends gab. Zusätzlich habe es abends Brot gegeben.
Auf die Frage, ob sie noch Menschen von damals kenne, erzählte sie, dass sie noch Kontakt zu einem Professor habe, der ungefähr im gleichen Alter sei und ebenfalls das Lager überlebt habe. Außerdem kenne sie noch einige wenige Freunde von früher.
Nach der Befreiung kam sie zunächst in ein Kinderheim. Nach dem Krieg fand sie ihre Eltern glücklicherweise wieder. Am Ende des Gesprächs sprach sie darüber, wie wichtig es sei, aus der Geschichte zu lernen. Sie warnte davor, rechtsextreme Parteien wie die Alternative für Deutschland zu wählen, da so etwas ihrer Meinung nach wieder zu schlimmen Entwicklungen führen könne.
Leider gab es während des Gesprächs auch eine unschöne Situation: Einige Teilnehmende schickten respektlose Smileys in den Chat, sogar an sehr ernsten Stellen. Das fanden wir unpassend und störend.
Insgesamt war das Zeitzeugengespräch sehr bewegend und lehrreich. Es war etwas Besonderes, mit einer Holocaust-Überlebenden sprechen zu dürfen und ihre Geschichte aus erster Hand zu hören.
Von Marlon und Fred, 7c





